
Tasmanischer Teufel: Steckbrief, Beißkraft & Gefährdung
Wer schon einmal das laute, schrille Kreischen eines Tasmanischen Teufels gehört hat, vergisst es nicht so schnell – dieses Geräusch gab der Art ihren Namen, und der „Tasmanische Teufel“ (Sarcophilus harrisii) ist endemisch in Tasmanien und wird von der Mammal Diversity Database (internationale Säugetierdatenbank) als stark gefährdet (Endangered) geführt. In diesem Artikel erfahren Sie, warum der Beutelteufel trotz seines furchterregenden Rufs für Menschen ungefährlich ist, wie es um seinen Bestand steht und welche Schutzmaßnahmen ergriffen werden.
Wissenschaftlicher Name: Sarcophilus harrisii ·
Größe: Bis zu 80 cm Kopf-Rumpf-Länge ·
Gewicht: 6 bis 12 kg ·
Beißkraft: Stärkste Beißkraft aller Säugetiere (relativ zur Körpergröße) ·
Beuteltier: Größtes fleischfressendes Beuteltier der Welt ·
Gefährdungsstatus: Gefährdet (Endangered) durch DFTD
Kurzüberblick
- Endemisch in Tasmanien (Mammal Diversity Database)
- Größtes fleischfressendes Beuteltier (National Geographic (Tierlexikon))
- DFTD ist ein ansteckender Gesichtstumor (National Geographic)
- Genaue aktuelle Populationszahlen sind unsicher
- Ob die Auswilderungen auf dem Festland dauerhaft erfolgreich sind, ist noch nicht abschließend geklärt
- Bestand seit Mitte der 1990er durch DFTD massiv zurückgegangen (National Geographic)
- IUCN-Einstufung von nicht gefährdet auf gefährdet im Jahr 2009 (GBIF (Global Biodiversity Information Facility))
- Schutzprogramme und Impfstoffforschung gegen DFTD laufen (National Geographic)
- Erfolgreiche Auswilderung auf dem australischen Festland in Schutzgebieten (National Geographic)
Sechs Schlüsselmerkmale, ein klares Bild:
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Sarcophilus harrisii |
| Größe | Bis zu 80 cm Kopf-Rumpf-Länge |
| Gewicht | 6 bis 12 kg |
| Beißkraft | Stärkste Beißkraft aller Säugetiere (relativ zur Körpergröße) |
| Lebensdauer | 5 bis 6 Jahre in freier Wildbahn |
| Gefährdungsstatus | Gefährdet (Endangered) |
Ist der tasmanische Teufel gefährlich für Menschen?
Wie verhält sich der Tasmanische Teufel gegenüber Menschen?
Tasmanische Teufel sind nachtaktive Einzelgänger und meiden den Kontakt zu Menschen. In freier Wildbahn zeigen sie sich äußerst scheu und flüchten bei Annäherung in der Regel. Laut der deutschsprachigen Tierenzyklopädie Tierchenwelt (Kinder- und Jugendportal) stellen die Tiere keine direkte Gefahr für Menschen dar – Angriffe erfolgen nur, wenn sie sich bedrängt oder in die Enge getrieben fühlen.
„Tasmanische Teufel sind scheue Einzelgänger, die Menschen aus dem Weg gehen – Angriffe sind extrem selten und nur bei massiver Provokation zu erwarten.“ – Tierchenwelt (Kinder- und Jugendportal)
Lautes Kreischen und ein einschüchterndes Gebiss – aber der Beutelteufel greift Menschen praktisch nie an. Die wirkliche Gefahr geht von einer ganz anderen Seite aus: einer Krebserkrankung.
Kann ein Tasmanischer Teufel einen Menschen angreifen?
Ein Biss ist zwar möglich, wenn das Tier in die Enge getrieben wird, aber er gilt als nicht lebensbedrohlich. Die Beißkraft ist immens: Das World Animal Rescue Network (Tierschutzorganisation) gibt einen Wert von rund 553 Newton an – relativ zur Körpergröße die stärkste Beißkraft aller Säugetiere. Das bedeutet: Der Biss schmerzt, verheilt aber in der Regel ohne bleibende Schäden.
Was das bedeutet: Für Menschen besteht kein Grund zur Sorge. Selbst in den beliebten Nationalparks Tasmaniens, wo die Tiere gelegentlich nachts Straßen überqueren, sind Begegnungen meist harmlos.
Wie viele Tasmanische Teufel gibt es noch auf der Welt?
Wie viele Tasmanische Teufel leben in freier Wildbahn?
Die genaue Zahl ist unsicher, weil die Tiere über große Gebiete verstreut leben. Schätzungen gehen von etwa 25.000 erwachsenen Exemplaren aus, wie der National Geographic (Tierlexikon) berichtet. Vor dem Ausbruch der Krankheit DFTD waren es schätzungsweise 140.000 Tiere – ein Rückgang um rund 80 Prozent.
„Der Bestand des Tasmanischen Teufels ist seit Mitte der 1990er Jahre durch den ansteckenden Gesichtstumor DFTD massiv zurückgegangen – von rund 140.000 auf etwa 25.000 erwachsene Tiere.“ – National Geographic (Tierlexikon)
Wie hat sich die Population durch DFTD verändert?
Der ansteckende Gesichtstumor Devil Facial Tumour Disease (DFTD) trat erstmals in den 1990er Jahren auf und dezimierte die Population dramatisch. Die Global Biodiversity Information Facility (GBIF) dokumentiert, dass die IUCN die Art 2009 von „nicht gefährdet“ auf „stark gefährdet“ hochstufte. Die National Red List für Australien bestätigt diese Einstufung. Ohne wirksame Gegenmaßnahmen droht laut Tierchenwelt das Aussterben innerhalb von 20 bis 30 Jahren – eine düstere Prognose, aber noch nicht in Stein gemeißelt.
Der Trend: Die Populationskurve zeigt nach unten, aber erste Auswilderungsprojekte geben Anlass zur Hoffnung.
Wo leben die Tasmanischen Teufel?
Auf welcher Insel leben Tasmanische Teufel?
Ursprünglich kamen sie auf dem gesamten australischen Festland vor, sind dort aber ausgestorben. Heute ist die Art nur noch auf der Insel Tasmanien heimisch, wie National Geographic und die Mammal Diversity Database übereinstimmend festhalten. Ihr Lebensraum umfasst Küstenbuschland, Wälder und landwirtschaftlich genutzte Gebiete mit mildem Klima – beschrieben als strukturreiche Habitate.
Gibt es auch Tasmanische Teufel auf dem australischen Festland?
Nach jahrzehntelanger Abwesenheit wurden ab 2020 erste Exemplare in Schutzgebieten auf dem Festland ausgewildert. Die Aktion ist Teil eines ehrgeizigen Artenschutzprogramms, das die Art vor dem DFTD-bedingten Aussterben bewahren soll. Ob die Neuansiedlung dauerhaft trägt, ist noch offen – doch erste Sichtungen und Nachzuchten machen Naturschützern Mut.
Die Pointe: Der einst auf dem Festland verschwundene Beutelteufel kehrt zurück – mit menschlicher Hilfe.
Was frisst der tasmanische Teufel?
Ist der Tasmanische Teufel ein Fleischfresser?
Ja, er ist ein reiner Fleischfresser und zugleich der größte fleischfressende Beuteltier der Welt. Sein Gebiss mit den scharfen Zähnen und der enormen Beißkraft ist perfekt an die Zerkleinerung von Fleisch und Knochen angepasst.
Was steht auf dem Speiseplan?
Der Tasmanische Teufel ist in erster Linie ein Aasfresser. National Geographic beschreibt ihn als wichtigen „Recycler“ des Ökosystems, der Kadaver beseitigt und so die Ausbreitung von Krankheiten verhindert. Er jagt aber auch selbst: Wallabys, Vögel, Insekten und kleine Säugetiere stehen auf dem Speiseplan. Tierchenwelt ergänzt, dass er sogar verrottetes Fleisch und Knochen frisst – die starke Kiefermuskulatur macht es möglich. Pro Nacht kann ein erwachsener Teufel bis zu 40 Prozent seines Körpergewichts an Nahrung aufnehmen.
Die Konsequenz: Ohne den Aasfresser würde Tasmaniens Ökosystem aus dem Gleichgewicht geraten.
Warum heißt er Tasmanischer Teufel?
Woher stammt der Name Beutelteufel?
Den Namen „Tasmanischer Teufel“ gaben ihm europäische Siedler. Sie waren von den lauten, unheimlichen Schreien der Tiere in der Nacht so beeindruckt, dass sie an „Teufelslaute“ dachten. Die englische Bezeichnung Tasmanian Devil ist die direkte Übersetzung. Daneben ist auch die Bezeichnung Beutelteufel gebräuchlich – eine Anspielung auf seine Zugehörigkeit zu den Beuteltieren.
Welche Laute macht der Tasmanische Teufel?
Die Lautäußerungen reichen von schrillen Kreischlauten über Knurren bis zu einem gutturalen Husten. Diese Geräusche dienen der Kommunikation, vor allem bei Revierstreitigkeiten oder der Partnersuche. Tierchenwelt beschreibt die Laute als „so laut, dass sie kilometerweit zu hören sind“. Das trug maßgeblich zum mythischen Ruf des Teufels bei.
Der Name hält, was er verspricht: Die Schreie sind markant – aber dahinter steckt ein scheuer Überlebenskünstler, kein teuflisches Monster.
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el.wikipedia.org, sco.wikipedia.org, ceb.wikipedia.org, tierenzyklopaedie.de, weblio.jp, iucn.org
Häufig gestellte Fragen
Wie viel Beißkraft hat ein Tasmanischer Teufel?
Relativ zur Körpergröße besitzt er die stärkste Beißkraft aller Säugetiere – laut World Animal Rescue Network rund 553 Newton.
Was ist das besondere an Tasmanien?
Tasmanien ist die letzte natürliche Heimat des Tasmanischen Teufels. Die Insel beherbergt eine einzigartige Tierwelt, darunter viele endemische Arten.
Wie groß kann ein Tasmanischer Teufel werden?
Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt bis zu 80 Zentimeter, das Gewicht liegt zwischen 6 und 12 Kilogramm.
Wie heißt der tasmanische Teufel auf Englisch?
Die englische Bezeichnung lautet Tasmanian Devil.
Gibt es im Zoo Duisburg Tasmanische Teufel?
Nein, der Zoo Duisburg hält keine Tasmanischen Teufel. Die Tiere sind überwiegend in Zoos in Australien und wenigen europäischen Einrichtungen zu sehen.
Was ist ein Beutelteufel?
Der Beutelteufel ist eine alternative Bezeichnung für den Tasmanischen Teufel und verweist auf seine Eigenschaft als Beuteltier.
Welche Tierart ist der Tasmanische Teufel?
Er gehört zur Gattung Sarcophilus innerhalb der Familie der Raubbeutler (Dasyuridae).
Für Tasmanien und die internationale Artenschutzgemeinschaft ist die Lage klar: Ohne gezielte Impfstoffforschung gegen DFTD und den Erhalt der Auswilderungsprojekte droht der Tasmanische Teufel in den nächsten Jahrzehnten von unserem Planeten zu verschwinden. Die Wiederansiedlung auf dem Festland ist ein mutiger Schritt – sein Überleben hängt davon ab, dass er nicht erneut zur Legende wird.