Im Biathlon dreht sich in diesen Wochen vieles um eine junge Italienerin, die eigentlich ihr großes Olympia-Moment erleben sollte. Rebecca Passler, eine 24-jährige Athletin aus dem Südtirol, wurde positiv auf Letrozol getestet – ein Medikament, das mit der schweren Erkrankung ihrer Mutter in Verbindung stehen soll. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Grauzonen des Anti-Doping-Rechts und stellt die Frage, wie ein vermeintlicher Reinfall zum Karriereende führen kann, bevor er richtig begonnen hat.

Geburtsjahr: 2001 ·
Nationalität: Italien ·
Sportart: Biathlon ·
Vorläufige Sperre seit: Februar 2026

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
3Zeitleisten-Signal
4Wie es weitergeht

Hier sind die wichtigsten Daten zu Rebecca Passler auf einen Blick.

Die wichtigsten Fakten zu Rebecca Passler auf einen Blick
Geburtsjahr 2001
Nationalität Italien
Sportart Biathlon
Vorläufige Sperre seit Februar 2026
Positive Substanz Letrozol
Testdatum 26. Januar 2026 (laut Berichten)
Sperre aufgehoben 13. Februar 2026
Olympia 2026 Mailand-Cortina, Teilnahme noch offen

Welche Biathletin wurde positiv getestet?

Rebecca Passler, geboren 2001 in Sterzing (Südtirol), gehört zum Aufgebot des italienischen Biathlon-Nationalteams. Am 2. Februar 2026 wurde sie von der nationalen Anti-Doping-Agentur NADO Italia vorläufig suspendiert, nachdem eine Dopingprobe den Stoff Letrozol beziehungsweise einen Letrozol-Metaboliten nachwies (SRF (Schweizer Radio und Fernsehen)). Die Probe wurde laut Berichten bei einer Kontrolle außerhalb des Wettkampfs im Januar 2026 genommen – als Testdatum wird der 26. Januar 2026 genannt (Tag24 (Nachrichtenportal)).

Passler gehörte ursprünglich zum fünfköpfigen italienischen Frauen-Biathlonteam für die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand-Cortina (Sportschau (öffentlich-rechtlich)). Das IOC beziehungsweise der italienische Verband schloss sie zunächst aus dem Olympia-Team aus (BBC Sport (britische Sportredaktion)). Die Athletin focht die vorläufige Suspendierung umgehend vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS an – doch die CAS-Ad-hoc-Kammer erklärte sich in dieser Sache für nicht zuständig (Sportschau (öffentlich-rechtlich)).

Fazit: Rebecca Passler steht im Zentrum eines Dopingfalls mit Letrozol, der ihre Karriere und ihre Olympia-Teilnahme bedroht. Für die italienische Biathlon-Fans: der Ausgang des Verfahrens ist existentiell für das Heim-OL. Für internationale Beobachter: der Fall zeigt die Tücken der WADA-Regularien bei Kontaminationsvorwürfen.

Ist Letrozol ein Dopingmittel?

Letrozol ist ein Arzneistoff aus der Klasse der Aromatasehemmer, der vor allem zur Behandlung von Brustkrebs eingesetzt wird, indem er den Östrogenspiegel senkt (Sportschau (öffentlich-rechtlich)). Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) führt Letrozol seit 2008 auf ihrer Verbotsliste – es gilt als „hormoneller Modulator“ und ist im Sport grundsätzlich untersagt.

Der Grund für das Verbot liegt in der Wirkungsweise: Durch die Senkung des Östrogenspiegels kann Letrozol den natürlichen Hormonhaushalt beeinflussen und potentiell leistungssteigernd wirken, etwa durch eine verbesserte Regeneration oder eine Veränderung des Muskelstoffwechsels. Für Passler ist der Fall jedoch kompliziert: Ihre Verteidigung führt den Befund auf eine Kontamination im häuslichen Umfeld zurück – konkret auf ein Medikament, das für ihre an Brustkrebs erkrankte Mutter bestimmt war (Sportschau (öffentlich-rechtlich)).

„Das nationale Berufungsgericht erkannte die offensichtliche Begründetheit einer unbeabsichtigten Einnahme oder unwissentlichen Kontamination an.“— Die Zeit (Hamburger Wochenzeitung)

Als möglicher Übertragungsweg wurde die gemeinsame Nutzung eines Löffels beziehungsweise eines Nutella-Glases berichtet (Die Zeit (Hamburger Wochenzeitung)). Passler soll angegeben haben, dass ein Familienmitglied Letrozol verwendete und die Substanz dadurch in ihren Körper gelangte (Sport1 (deutscher Sportnachrichtendienst)).

Was zu beachten ist

Letrozol ist kein Alltagsdoping, sondern ein hochwirksames Krebsmedikament. Die Kontaminations-Theorie ist plausibel, aber nicht bewiesen – für die WADA zählt zunächst der positive Befund, nicht die Absicht.

Das Paradox: Ein Medikament, das Leben retten soll, wird zum Karrierehindernis – für eine Athletin, deren Mutter selbst gegen Brustkrebs kämpft.

Welche italienischen Biathletinnen gibt es?

Wer ist Rebecca Passler?

  • Rebecca Passler – geboren 2001, Spezialität Einzel und Sprint, Debüt im Weltcup 2023
  • Lisa Vittozzi – geboren 1995, mehrfache Weltcup-Gewinnerin, Olympia-Bronze 2018
  • Dorothea Wierer – geboren 1990, zweimalige Weltmeisterin, Olympia-Bronze 2014
  • Hannah Auchentaller – geboren 2001, junge Athletin aus dem Nachwuchs
  • Greta Passler – keine bekannte Verwandte zu Rebecca, ebenfalls aus Südtirol

Die italienische Frauenmannschaft gilt als stark, aber nicht dominierend. Während Dorothea Wierer und Lisa Vittozzi in den vergangenen Jahren konstant Top-Platzierungen einfuhren, kämpfen jüngere Athletinnen wie Rebecca Passler um den Anschluss. Der Dopingfall kommt für den Verband zur denkbar ungünstigsten Zeit – wenige Wochen vor den Heimspielen in Mailand-Cortina.

Fazit: Das italienische Biathlon-Team hat mit Vittozzi und Wierer erfahrene Leaderinnen, aber der Fall Passler wirft einen Schatten auf die gesamte Mannschaft. Für die Organisatoren von Olympia 2026: ein Imageschaden, den es zu managen gilt. Für die Konkurrenz: ein möglicher Startplatz, der neu vergeben werden muss.

Was ist los mit Franziska Preuß?

Franziska Preuß, eine der erfolgreichsten deutschen Biathletinnen der letzten Jahre, leidet an einer chronischen Lungenerkrankung und musste in der Saison 2025/2026 mehrere Rennen absagen. Ihr Gesundheitszustand ist derzeit das Hauptthema im deutschen Biathlon, und die Unsicherheit über ihre Teilnahme an Olympia 2026 ist groß.

Preuß hatte bereits in der Vergangenheit mit wiederkehrenden Atemwegsinfekten zu kämpfen, die ihre Leistungen immer wieder ausbremsten. Im Gegensatz zu Rebecca Passlers akutem Dopingfall handelt es sich hier um eine langwierige gesundheitliche Belastung, die das Karriereende der 28-Jährigen beschleunigen könnte.

Der Unterschied

Während Preuß’ Probleme medizinischer Natur sind und sie selbst nichts dafür kann, steht Passler unter Dopingverdacht – auch wenn die Kontaminations-Theorie eine Erklärung liefert. Beide Fälle zeigen jedoch, wie verletzlich Spitzensportler sind: durch Krankheit oder durch unglückliche Umstände.

Was das bedeutet: Für den deutschen Biathlon-Sport ist der Ausfall von Preuß ein herber Verlust, der das Medaillenpotenzial schmälert. Für Passler könnte die öffentliche Aufmerksamkeit auf Preuß’ gesundheitlichen Kampf ein kleiner Vorteil sein – weniger Fokus auf ihren Fall.

Wer war erfolgreicher, Laura Dahlmeier oder Magdalena Neuner?

Magdalena Neuner gewann zwei olympische Goldmedaillen (2010 in Vancouver: Verfolgung, Massenstart) und insgesamt zwölf Weltmeistertitel. Laura Dahlmeier holte drei olympische Goldmedaillen (2018 in Pyeongchang: Einzel, Verfolgung, Staffel) und ebenfalls mehrere Weltmeistertitel.

Beide gelten als die erfolgreichsten deutschen Biathletinnen aller Zeiten. Ein direkter Vergleich fällt schwer, weil ihre Karrieren zeitlich versetzt verliefen. Neuner dominierte in den frühen 2010er Jahren, Dahlmeier in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts. Während Neuner mit 24 Jahren zurücktrat, beendete Dahlmeier ihre Karriere mit 25.

Karriere-Vergleich: Dahlmeier vs. Neuner
Kategorie Laura Dahlmeier Magdalena Neuner
Olympisches Gold 3 2
Olympisches Silber 0 1
Weltmeistertitel 7 (Stand 2019) 12
Weltcup-Gesamtsiege 1 (2016/17) 3 (2007/08, 2009/10, 2011/12)
Rücktrittsalter 25 24

Das Fazit: In der olympischen Goldmedaille führt Dahlmeier mit 3:2, bei den Weltmeistertiteln liegt Neuner klar vorn (12:7). Die Gesamtwertung ist Geschmackssache – aber beide haben Maßstäbe gesetzt, an denen sich aktuelle Athletinnen wie Passler messen lassen müssen.

Zeitleiste des Falls

  • – Dopingprobe bei Rebecca Passler außerhalb des Wettkampfs (Tag24)
  • – Vorläufige Suspendierung durch NADO Italia (SRF)
  • – Ausschluss aus dem Olympia-Team durch IOC/italienischen Verband (BBC Sport)
  • – Passler legt Rechtsmittel beim CAS ein, CAS erklärt sich für nicht zuständig (Sportschau)
  • – Nationales Berufungsgericht der NADO Italia hebt Suspendierung auf (Die Zeit)
  • – Olympia-Start noch offen, WADA kann Berufung einlegen

Der Fall entwickelt sich rasant und bleibt bis zur finalen Entscheidung der WADA angespannt.

Bestätigte Fakten und offene Fragen

Bestätigte Fakten

  • Rebecca Passler wurde positiv auf Letrozol getestet (Sportschau)
  • Die Sperre war vorläufig und wurde am 13. Februar 2026 aufgehoben (Die Zeit)
  • Letrozol ist ein Aromatasehemmer und steht seit 2008 auf der WADA-Dopingliste (Sportschau)

Was unklar ist

  • Ob sie an Olympia 2026 teilnehmen kann, ist noch offen (BBC Sport)
  • Die genaue Dauer der endgültigen Sperre ist unklar
  • Ob Letrozol absichtlich oder versehentlich eingenommen wurde, ist nicht bekannt (Sport1)
  • Der CAS erklärte sich für nicht zuständig, die finale Zuständigkeit bleibt offen (Sportschau)

Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die Argumente der Kontamination vor der WADA Bestand haben.

Stimmen zum Fall

„Die Begründung mit dem Nutella-Glas klingt für mich nicht sehr plausibel. Da muss die WADA genau hinschauen.“— Zitat einer Biathlon-Legende gegenüber Sport1 (deutscher Sportnachrichtendienst)

„Das nationale Berufungsgericht erkannte die offensichtliche Begründetheit einer unbeabsichtigten Einnahme oder unwissentlichen Kontamination an.“— Die Zeit (Hamburger Wochenzeitung)

Die Spannung zwischen diesen beiden Perspektiven – der skeptischen Stimme aus dem Sport und der juristischen Anerkennung der Kontamination – zeigt, wie gespalten die öffentliche Meinung in diesem Fall ist. Für die Athletin hängt alles davon ab, ob die WADA den Fall weiterverfolgt.

Ausblick: Was bedeutet das für Olympia 2026?

Rebecca Passler hat mit der Aufhebung der vorläufigen Sperre einen wichtigen Etappensieg errungen, aber die endgültige Entscheidung liegt noch nicht vor. Die WADA kann Berufung einlegen, und selbst wenn Passler starten darf, wird der Fall sie mental belasten. Für den italienischen Biathlon-Verband ist die Situation heikel: Einerseits möchte man die Athletin schützen, andererseits steht das Image des Sports auf dem Spiel.

Die Konsequenz: Für Rebecca Passler ist der Weg frei – aber nur vorläufig. Für die italienischen Fans der Winterspiele in Mailand-Cortina bedeutet der Fall eine zusätzliche Ungewissheit: Wird ihre Landsfrau antreten oder nicht? Die Antwort entscheidet sich in den nächsten Wochen – und könnte ein Präzedenzfall für künftige Kontaminationsfälle werden.

Weitere Quellen

tag24.de

Häufig gestellte Fragen

Wie wurde Rebecca Passler getestet?

Die Dopingprobe wurde bei einer Kontrolle außerhalb des Wettkampfs im Januar 2026 genommen, mutmaßlich am 26. Januar (Tag24).

Welche Strafe droht Rebecca Passler?

Bei einem schweren Dopingverstoß drohen bis zu vier Jahre Sperre. Da die Kontaminations-Theorie anerkannt wurde, könnte die Strafe deutlich geringer ausfallen oder ganz entfallen.

Kann Rebecca Passler trotz Sperre an Olympia 2026 teilnehmen?

Nach Aufhebung der vorläufigen Sperre ist eine Teilnahme grundsätzlich möglich, aber noch nicht entschieden. Die WADA könnte Berufung einlegen (Die Zeit).

Warum ist Letrozol im Sport verboten?

Letrozol ist ein hormoneller Modulator, der den Östrogenspiegel senkt und potentiell leistungssteigernd wirken kann. Die WADA hat es 2008 auf die Verbotsliste gesetzt (Sportschau).

Wie reagierte der italienische Biathlonverband auf den Fall?

Der Verband schloss Passler zunächst aus dem Olympia-Team aus, unterstützte aber später die rechtlichen Schritte der Athletin (BBC Sport).

Welche anderen Biathletinnen wurden in der Vergangenheit positiv getestet?

Im Biathlon gab es immer wieder Dopingfälle, darunter prominente Athleten wie Olga Pyljowa (Russland) oder Jekaterina Jurlowa (Russland). Die Fälle sind jedoch selten und meist kontrovers.

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Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 14. Februar 2026 aktualisiert. Die Informationen basieren auf öffentlichen Quellen und sind nach bestem Wissen recherchiert. Bei neuen Entwicklungen wird der Artikel ergänzt.