
Robin Hood – König der Diebe: Wahrheit, Drehorte & Streamen
Kaum ein Mantel-und-Degen-Film der 90er hat so viele Fans und so viel Spott geerntet wie „Robin Hood – König der Diebe“. Zwischen Kevin Costners umstrittener Haarpracht und Alan Rickmans genialem Bösewicht stecken verblüffende Fakten: ein alter Baum, eine Mega-Gage für einen Kurzauftritt und ein Film, der fast 400 Millionen Dollar einspielte.
Erscheinungsjahr: 1991 ·
Regisseur: Kevin Reynolds ·
Hauptdarsteller: Kevin Costner, Morgan Freeman, Mary Elizabeth Mastrantonio ·
Einspielergebnis: ca. 390 Millionen US-Dollar ·
IMDb-Bewertung: 6,9/10
Kurzüberblick
- Ob es einen echten Robin Hood gab, ist nicht bestätigt (Gerda Henkel Stiftung)
- Die genaue Gage Sean Connerys ist nicht offiziell bestätigt (Gerda Henkel Stiftung)
- Die Robin-Hood-Überlieferung ist spätestens ab 1261/62 in England nachweisbar (Universität Oldenburg)
- Der Film bleibt über zahlreiche Streaming-Dienste abrufbar (Wikipedia)
Die folgende Tabelle fasst die zentralen Produktionsdaten des Films zusammen.
| Kategorie | Detail | Quelle |
|---|---|---|
| Originaltitel | Robin Hood: Prince of Thieves | Wikipedia |
| Laufzeit | 143 Minuten | IMDb |
| Regie | Kevin Reynolds | Encyclopaedia Britannica |
| Produktionsfirma | Morgan Creek Productions | AFI Catalog |
| Vertrieb | Warner Bros. | AFI Catalog |
| Filmmusik | Michael Kamen | AFI Catalog |
| FSK | 12 | Wikipedia |
| Budget | ca. 48 Millionen US-Dollar | AFI Catalog |
Ist Robin Hood, König der Diebe, eine wahre Geschichte?
Was ist der historische Kern der Robin-Hood-Legende?
Der Film spielt in einer stark fiktionalisierten Version des spätmittelalterlichen Englands und bezieht sich auf Richard Löwenherz und König John (Encyclopaedia Britannica). Die historische Einordnung von Richard I. Löwenherz umfasst die Jahre 1189 bis 1199, die von Johann Ohneland 1199 bis 1216 (BattleMerchant Blog).
Die Universität Oldenburg zeigt: Die ältesten erhaltenen Balladenfragmente zu Robin Hood stammen aus der Zeit zwischen 1450 und 1500 (Universität Oldenburg). Sie verorten den Schauplatz ursprünglich in Barnsdale in Yorkshire, nicht im Sherwood Forest der Filmversion.
Gab es einen echten Robin Hood?
Historisch ist die Robin-Hood-Figur nicht als eine einzelne nachweisbare Person belegt (Gerda Henkel Stiftung). Der Name „Robert von Loxley“ taucht erst 1795 in einem Gedicht auf – knapp 600 Jahre nach den ersten Balladen. Der später hinzugefügte Sheriff von Nottingham entstand möglicherweise durch die Verschmelzung zweier Balladenzyklen (Universität Oldenburg).
Die Figur Robin Hood ist eine Sagengestalt. Der Film nutzt ihre symbolische Kraft – den Kampf gegen korrupte Autoritäten – ohne historische Verbindlichkeit. Die Lehre für Zuschauer: Genießen Sie die Inszenierung, aber erwarten Sie keine Geschichtsstunde.
Die Robin-Hood-Überlieferung ist spätestens 1261/62 in England verbreitet gewesen (Universität Oldenburg).
Das bedeutet: Es gibt einen historischen Kern von Volkserzählungen aus dem 13. Jahrhundert, aber keine Beweise für eine reale Person mit Namen Robin Hood. Der Film erfindet eine Geschichte, die auf dieser Legende aufbaut.
Robin Hood – Fakt oder Fiktion?
Welche Elemente der Legende sind historisch belegt?
- Die Legende ist eine Mischung aus historischen Persönlichkeiten und Erfindungen. (BattleMerchant Blog)
- Die Figur Robin Hood taucht in Balladen des 15. Jahrhunderts auf, die sich auf reale Missstände der Zeit beziehen – etwa Korruption lokaler Beamter und Adliger. (BattleMerchant Blog)
- Das Fehlen eines Sheriff von Nottingham in den frühen Balladen deutet darauf hin, dass dieser Gegenspieler später erfunden wurde. (Universität Oldenburg)
Das Muster: Die Legende spiegelt reale soziale Spannungen des Mittelalters wider, aber die konkrete Handlung des Films – Robin als Adliger, der aus dem Kreuzzug zurückkehrt – ist reine Fiktion.
Wo wurde Robin Hood König der Diebe gedreht?
Welche Drehorte wurden genutzt?
Der Großteil des Films wurde in Großbritannien gedreht, insbesondere im Sherwood Forest und in Alnwick Castle (Spiegel). Der ikonische Major Oak, eine alte Eiche im Herzen des Sherwood Forest, diente als Kulisse für das Versteck von Robin und seiner Bande.
2023 wurde genau dieser Baum illegal gefällt, was in Großbritannien große Aufmerksamkeit erregte (Spiegel).
Der Major Oak war nicht nur eine Filmkulisse, sondern ein lebendiges Wahrzeichen, das über 800 Jahre alt war. Seine illegale Fällung zeigt: Die ikonischen Orte, die wir aus Filmen kennen, sind real und verletzlich. Für Besucher des Sherwood Forest: Der Baum ist zwar zerstört, aber das Waldgebiet bleibt zugänglich.
Der Verlust des Major Oak – einer der ältesten Bäume Europas – ist ein Echo auf die Vergänglichkeit der Legende selbst. Der Film lebt weiter, aber sein realer Schauplatz ist unwiederbringlich beschädigt.
Wo kann ich Robin Hood: König der Diebe sehen?
Auf welchen Streaming-Diensten ist der Film verfügbar?
Der Film ist bei Amazon Prime, Sky Go, Apple TV, YouTube und weiteren Anbietern abrufbar (Wikipedia). Er ist auch auf DVD und Blu-ray erhältlich.
Die Verfügbarkeit variiert je nach Region und Lizenzzeitraum – eine Überprüfung der aktuellen Angebote lohnt sich vor dem Kauf oder der Anmietung.
Wie viel erhielt Sean Connery für Robin Hood: König der Diebe?
Welche anderen Nebenrollen wurden prominent besetzt?
Sean Connery erhielt Berichten zufolge für seinen Kurzauftritt als Richard Löwenherz angeblich 250.000 US-Dollar – eine Summe, die für eine Szene von wenigen Minuten bemerkenswert ist. Die genaue Gage ist nicht offiziell bestätigt, was sie in die Kategorie „unklar“ einordnet. Der Film mit Kevin Costner in der Hauptrolle hatte ein Budget von ca. 48 Millionen US-Dollar (AFI Catalog).
Neben Connery, Costner und Freeman spielte Alan Rickman den Sheriff von Nottingham, eine Rolle, die bis heute als einer der besten Film-Bösewichte aller Zeiten gilt (IMDb).
Connerys Gage von etwa 250.000 Dollar für Minuten Arbeit ist ein Lehrstück über den Marktwert von Star-Power: Produzenten zahlen nicht für die Länge der Szene, sondern für den Namen auf dem Plakat. Für Anbieter von Streaming-Diensten ist diese Rechnung im Jahr 2024 noch aktueller geworden.
Häufig gestellte Fragen
Wie unterscheidet sich der Film von der Legende?
Der Film fügt eine romantische Handlung und einen heldenhaften Adligen hinzu, die in den frühen Balladen nicht vorkommen. Die Legende stellt Robin als Wegelagerer dar, nicht als verarmten Adligen.
Wie authentisch ist die Darstellung von Nottingham?
Die Stadt Nottingham wird im Film als mittelalterliche Festung gezeigt, was historisch korrekt ist – allerdings sind die Gebäude und die Burg größtenteils Rekonstruktionen. Der Sheriff von Nottingham als Gegenspieler ist eine spätere Erfindung der Balladentradition.
Warum heißt der Film König der Diebe?
Der deutsche Titel betont die Anführerrolle Robins unter den Geächteten. Der Originaltitel „Prince of Thieves“ (Prinz der Diebe) ist eine ähnliche poetische Überhöhung.
Gibt es Fortsetzungen?
Es gibt keine offizielle Fortsetzung mit Kevin Costner. Eine geplante Fortsetzung „Robin Hood: Prince of Thieves 2“ wurde nie realisiert.
Welche Filmmusik wird verwendet?
Die Musik stammt von Michael Kamen und enthält den berühmten Song „(Everything I Do) I Do It for You“ von Bryan Adams, der ein weltweiter Hit wurde.
Wie viele Oscars gewann der Film?
Der Film wurde für zwei Oscars nominiert (Bester Song und Beste Filmmusik), gewann aber keinen. Der Song „(Everything I Do) I Do It for You“ war ein kommerzieller Erfolg, nicht prämiert mit der Statue.
Was war das Budget für den Major Oak-Set?
Die genauen Kosten für das Set um den Major Oak sind nicht öffentlich dokumentiert, aber das Gesamtbudget des Films betrug ca. 48 Millionen US-Dollar.
Für Zuschauer, die einen unterhaltsamen Blockbuster der 90er suchen, bleibt „Robin Hood – König der Diebe“ ein lohnenswerter Film. Die historische Ungenauigkeit stört nur, wenn man sie sucht – wer sich auf die Legende einlässt, findet einen fesselnden Abenteuerfilm. Die Lektion für Produzenten und Streaming-Anbieter: Ein ikonischer Baum, ein kurzer Star-Auftritt und ein starker Bösewicht können einen Film unvergesslich machen. Für den deutschen Zuschauer ist die Wahl klar: Entweder Sie genießen den Film als reine Unterhaltung, oder Sie nutzen ihn als Sprungbrett für eine vertiefte Auseinandersetzung mit der mittelalterlichen Legende – der Major Oak, der diese beiden Welten verband, existiert nicht mehr.