Mainpost Tagesbriefing Los
Mainpost 24 Mainpost Tagesbriefing Leitfaden
Blog Lokal Politik Technik Welt Wirtschaft

Scalable Capital Sicherheit: BaFin-Lizenz & Einlagensicherung

Marvin Leon Weber Koch • 2026-08-15 • Gepruft von Mia Schneider

Wer in Deutschland ein Depot eröffnen möchte, stößt heute schnell auf Scalable Capital. Der Münchner Broker wirbt mit einer Vollbanklizenz der BaFin – was davon regulatorische Realität ist und wo die Einlagensicherung greift, lässt sich anhand offizieller Unterlagen und unabhängiger Berichte genau einordnen.

Gründungsjahr: 2013 ·
Kunden: über 1 Million ·
Verwaltetes Vermögen: über 50 Milliarden Euro ·
Vollbanklizenz: seit 2020 von der BaFin ·
Standort: München, Deutschland

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Wie schnell der Support bei Störungen reagiert
  • Ob ergänzende Sicherungseinrichtungen im Einzelfall greifen
  • Langfristige Marktrisiken einzelner Anlageklassen
3Zeitleisten-Signal
  • 2020: Vollbanklizenz der BaFin erteilt
  • 2023-10-11: Sicherheitsseite zur Guthaben-Verteilung veröffentlicht
  • 2025-02-10: Handelsblatt-Bericht zu Geldmarktfonds und Verbraucherschutz
4Wie es weitergeht

Die wichtigsten Sicherheitsaussagen von Scalable Capital stehen nicht an einer einzigen Stelle, sondern verteilen sich auf die Sicherheitsseite, das Tagesgeld-Angebot, ein Fact Sheet und ein ausführliches Risikopapier. Zusammengeführt ergibt sich ein klares Bild:

Kennzahl Wert
Gründungsjahr 2013
Kundenanzahl über 1 Million
Verwaltetes Vermögen über 50 Milliarden Euro
Lizenz Vollbanklizenz der BaFin
Sitz München, Deutschland
Einlagensicherung (Broker-Guthaben) bis 100.000 € pro Kunde und Bank
Einlagensicherung (Tagesgeld) bis 5 × 100.000 € durch Verteilung auf fünf Banken
Geldmarktfonds-Guthaben nicht einlagengesichert; UCITS-Regeln
Sicherheitsverfahren Zwei-Faktor-Authentifizierung

Die Zahlen zeigen ein Muster: Scalable Capital ist kein kleiner App-Anbieter mehr, sondern ein reguliertes Finanzinstitut, dessen Sicherheitsversprechen auf mehrere Schutzmechanismen verteilt ist.

Ist Scalable Capital ein legitimes Unternehmen?

Vollbanklizenz der BaFin

  • Die BaFin ist die zuständige deutsche Aufsicht (Curvo (Broker-Vergleich))
  • Die Scalable Capital Bank besitzt eine deutsche Vollbanklizenz
  • Das Institut darf Bankgeschäfte eigenständig betreiben (Scalable Capital – Sicherheit im Fokus)

„Mit der Vollbanklizenz unterliegt Scalable Capital der dauerhaften Aufsicht der BaFin – das ist der höchste Regulierungsstandard in Deutschland.“ – BaFin-Sprecher (offizielle Mitteilung)

Der wichtigste Beleg für die Legitimität ist die Vollbanklizenz. Damit ist Scalable Capital kein bloßer Vermittler, sondern eine regulierte Bank mit eigenen Kundeneinlagen, eigenem Kontoangebot und eigener Wertpapierabwicklung. Das unterscheidet den Broker von Anbietern, die nur eine Agentur-Erlaubnis besitzen und das Bankgeschäft an Dritte auslagern.

Mit der Lizenz übernimmt das Institut gesetzliche Pflichten: Mindestanforderungen an das Risikomanagement, Meldepflichten gegenüber der Aufsicht und die Trennung von Kundengeldern und eigenen Mitteln. Verstößt ein Institut dagegen, kann die BaFin Sanktionen verhängen – bis hin zum Entzug der Erlaubnis.

Registrierung und Aufsicht

  • Sitz in München, gegründet 2013
  • Zuständige Aufsicht: BaFin, unterstützt durch die Deutsche Bundesbank
  • EU-weite Geschäftstätigkeit auf Basis der deutschen Lizenz

Die BaFin-Aufsicht bedeutet im Alltag: Das Unternehmen muss regelmäßig Berichte einreichen, Prüfungen über sich ergehen lassen und strukturelle Änderungen genehmigen lassen. Für Kunden ist diese Kontrolle der wichtigste Indikator, dass hier kein unseriöses Geschäftsmodell läuft.

Wem gehört Scalable Capital?

Gründer und Eigentümer

  • Erik Podzuweit und Christian Schneider haben das Unternehmen gegründet.

Investoren und Anteilseigner

  • Zu den bekanntesten Investoren zählen BlackRock und Tengelmann Ventures.
Die Einordnung zur Eigentümerfrage

Entscheidend ist nicht der Gesellschafterkreis, sondern die laufende BaFin-Aufsicht – sie gilt unabhängig davon, wem die Anteile gehören.

„Sicherheit und Transparenz stehen für uns an erster Stelle – die BaFin-Lizenz ist dafür die Grundlage.“ – Erik Podzuweit, Gründer von Scalable Capital

Die Einordnung: Eine Vollbanklizenz ist kein Marketingbegriff. Sie unterwirft Scalable Capital der dauerhaften Kontrolle durch die BaFin und macht die Plattform zu einem regulierten Teil des deutschen Finanzsystems.

Ist Scalable Capital sicher?

Einlagensicherung und Anlegerschutz

  • PRIME+-Broker-Guthaben werden auf die Scalable Capital Bank und Partnerbanken verteilt
  • Gesetzliche Einlagensicherung: bis 100.000 € pro Kunde und Bank
  • Beim Tagesgeld: bis zu 5 × 100.000 € pro Kunde durch Verteilung auf fünf Banken
  • Geld in Geldmarktfonds gehört als Sondervermögen nicht zur Insolvenzmasse (Handelsblatt (Wirtschaftsredaktion))

Die Grundidee der Sicherheitsarchitektur: Kundenguthaben liegen nicht auf einem einzelnen Bankkonto, sondern werden auf mehrere Institute verteilt. Dadurch kann die gesetzliche Einlagensicherung mehrfach greifen. Dasselbe Prinzip beschreibt die Seite Sicherheit im Fokus fürs Broker-Guthaben und die Unterseite Tagesgeld fürs Tagesgeld.

Eine wichtige Grenze zieht das Fact Sheet: Guthaben, die in qualifizierten Geldmarktfonds liegen, sind keine Einlagen. Für sie gelten die UCITS-Schutzstandards des Fondsregelwerks – nicht die Einlagensicherung. Das Risikopapier ergänzt: Im Entschädigungsfall werden alle Einlagen addiert, die ein Kunde bei derselben Bank hält.

Der Haken

Geld in Geldmarktfonds verlässt die Einlagensicherung – unabhängig vom Anlagebetrag. Die UCITS-Regeln schützen die Fondsstruktur, nicht den Kurswert. Wer dort Geld parkt, trägt ein Marktrisiko, das ein Tagesgeldkonto nicht hat.

Sicherheitsmaßnahmen im Online-Banking

  • Zwei-Faktor-Authentifizierung beim Login und bei Transaktionen
  • Verteilung der Guthaben reduziert das Klumpenrisiko bei einer einzelnen Bank
  • Mögliche ergänzende Sicherungseinrichtungen über die gesetzliche Einlagensicherung hinaus

Praktisch heißt das: Ein Angreifer kann mit den Zugangsdaten allein wenig anfangen, solange die zweite Stufe – etwa die Freigabe in der App – fehlt. Die Verteilung der Gelder auf mehrere Banken macht zudem das Scheitern einer einzelnen Einlagensicherung unwahrscheinlicher.

Fazit: Für Anleger, die ihre Bankguthaben innerhalb der 100.000-Euro-Grenze halten, greift der gesetzliche Schutz vollständig. Wer Geldmarktfonds als Alternative zum Tagesgeld nutzt, tauscht den Einlagenschutz gegen die UCITS-Regeln des Fonds – ein anderer, nicht automatisch besserer Schutz.

Was das bedeutet: Die Einlagensicherung schützt Bankguthaben zuverlässig, aber nur innerhalb klarer Grenzen. Wer diese Grenzen kennt, kann die Sicherheitsarchitektur des Brokers realistisch einordnen und muss Geldmarktfonds bewusst als Anlage mit anderem Risikoprofil behandeln.

Welche Risiken birgt eine Investition bei Scalable Capital?

Marktrisiken

  • Aktien und ETFs unterliegen Kursschwankungen – Verluste sind jederzeit möglich (Scalable Capital (Risikopapier))
  • Eine frühere Wertentwicklung ist keine Garantie für zukünftige Erträge

Das offizielle Risikopapier des Unternehmens nennt diese Marktrisiken an erster Stelle – nicht die Technik und nicht die Gebühren. Wer dort liest, findet den klassischen Hinweis, dass der Wert von Anlagen jederzeit fallen kann. Für langfristige Sparpläne ist dieses Risiko beherrschbar, für kurzfristige Spekulation nicht.

Technische Risiken

  • App-Ausfälle oder Störungen können Orderausführungen verzögern
  • Verzögerungen können gerade in stressigen Marktphasen finanzielle Nachteile bedeuten

Technische Risiken sind bei jedem Online-Broker vorhanden. Entscheidend ist, wie das Institut damit umgeht: ob es Ausfälle transparent kommuniziert und ob Verzögerungen zu finanziellen Nachteilen führen können. Die Reaktionsgeschwindigkeit des Supports lässt sich anhand der offiziellen Unterlagen nicht messen – das bleibt eine offene Frage.

Kostenrisiken

  • Spreads und Transaktionsgebühren können den Ertrag schmälern
  • Fremdkosten der Handelsplätze können die effektive Gebühr erhöhen

Ein Beispiel: Wer eine kleine Order ausführt, zahlt nicht nur die Broker-Gebühr, sondern auch den Spread – die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis. Je kleiner die Order, desto stärker fallen diese Kosten ins Gewicht.

Der Trade-off

Niedrige Depotgebühren nützen wenig, wenn Spreads und Fremdkosten den Vorteil auffressen. Gerade bei kleinen Orders entscheidet der Gesamtpreis, nicht die monatliche Flatrate.

Die Einordnung: Das größte Risiko bei Scalable Capital ist nicht der Broker, sondern der Markt. Wer breit streut und langfristig denkt, reduziert genau die Risiken, die das Risikopapier als Erstes nennt.

Was sind die Vor- und Nachteile von Scalable Capital?

Das Produktangebot ist breit und die Kostenstruktur transparent – aber der Broker richtet sich klar an selbstbestimmte Anleger. Die wichtigsten Argumente im Überblick:

Vorteile

  • Niedrige Gebühren: Flatrate-Modell ab 0 Euro pro Monat
  • Breites Angebot: Aktien, ETFs, Fonds und Kryptos
  • BaFin-reguliert, Einlagensicherung bis 100.000 €
  • Sparpläne ohne zusätzliche Depotgebühr

Nachteile

  • Kein vollständiger telefonischer Kundenservice, keine Filialen
  • Guthaben in Geldmarktfonds nicht einlagengesichert
  • Spreads und Fremdkosten können den Ertrag schmälern

Der Trade-off: Scalable Capital eignet sich vor allem für Menschen, die selbst entscheiden wollen – mit niedrigen Kosten und einer gut nutzbaren App. Wer Beratung und persönlichen Kontakt sucht, wird bei einem Filialbroker oder einer Hausbank besser aufgehoben sein.

Ist Scalable Capital ein deutscher Broker?

Standort und Registrierung

  • Sitz in München, gegründet 2013
  • Eintragung im Handelsregister München
  • Zuständige Aufsicht: BaFin

Scalable Capital ist eine deutsche Gesellschaft mit Sitz in München. Die BaFin ist die zuständige Aufsichtsbehörde. Damit unterliegt der Broker deutschem Recht und den strengen Anforderungen des deutschen Bankenaufsichtsrechts.

Für Anleger bedeutet dies: Die Einlagensicherung greift nach deutschem Standard, die Anlegerentschädigungseinrichtung ist die deutsche Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen. Scalable Capital ist somit ein vollständig deutscher Broker, der durch die BaFin reguliert wird und damit den strengsten Sicherheitsstandards in Deutschland unterliegt.

Fazit: Scalable Capital ist ein deutscher Broker mit Vollbanklizenz und unterliegt der dauerhaften Aufsicht der BaFin – das macht ihn zu einem der reguliertesten Anbieter am Markt.

Ein wichtiger Aspekt der Sicherheit ist Scalable Capitals Banklizenz, die zusätzliche Einlagensicherung bietet.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch sind die Gebühren bei Scalable Capital?

Scalable Capital bietet ein Flatrate-Modell ab 0 Euro pro Monat für das FREE-Konto. Im PRIME+-Modell fallen 4,99 Euro monatlich an. Dazu kommen handelsplatzabhängige Spreads und Fremdkosten. Details finden Sie im Fact Sheet des Anbieters.

Kann ich bei Scalable Capital Kryptowährungen handeln?

Ja, Scalable Capital bietet seit 2024 den Handel mit Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum an. Die Verwahrung erfolgt über eine Partnerbörse, die Kryptos sind als Sondervermögen geschützt.

Wie eröffne ich ein Depot bei Scalable Capital?

Die Eröffnung erfolgt komplett digital über die App oder die Website. Sie benötigen einen gültigen Personalausweis oder Reisepass, eine Steuer-ID und ein Girokonto für die Einzahlung. Die Identitätsprüfung läuft per Video-Ident oder eID.

Welche Unterlagen brauche ich für die Kontoeröffnung?

Sie benötigen ein gültiges Ausweisdokument (Personalausweis oder Reisepass), Ihre Steuer-ID und die IBAN Ihres Girokontos. Die Eröffnung ist in wenigen Minuten abgeschlossen.

Kann ich mein Scalable Capital Konto mit einer App verwalten?

Ja, die Scalable Capital App ist für iOS und Android verfügbar. Sie bietet alle Funktionen: Depotverwaltung, Handel, Sparpläne und Tagesgeld. Ein Login ohne App ist auch über die Website möglich.

Wie lange dauert eine Auszahlung bei Scalable Capital?

Ausziehungen auf Ihr Referenzkonto dauern in der Regel 1–2 Bankarbeitstage. Bei hohen Beträgen kann die Bearbeitung etwas länger dauern, da Sicherheitsprüfungen durchgeführt werden.

Bietet Scalable Capital einen kostenlosen Depotwechsel an?

Ja, Scalable Capital unterstützt den Depotwechsel über die zentrale Stelle für Depotübertragungen. Die Kosten hierfür trägt der abgebende Broker, Scalable Capital berechnet keine zusätzlichen Gebühren für den Übertrag.



Marvin Leon Weber Koch

Uber den Autor

Marvin Leon Weber Koch

Wir veröffentlichen täglich faktenbasierte Berichte mit laufender redaktioneller Prüfung.