
Wann ist Jesus auferstanden? Ostersonntag vs. Ostermontag
Ostern steht vor der Tür und damit stellt sich die Frage, die Christen seit Jahrtausenden beschäftigt: Wann ist Jesus auferstanden? Die Antwort ist nicht ganz so einfach, wie manche annehmen – denn die Bibel spricht von einem „dritten Tag”, während die Feiertage anders aufgeteilt sind. Was steckt hinter dieser Zeitrechnung, und warum feiern wir Ostersonntag statt Ostermontag?
Sterbetag: Karfreitag · Auferstehung: Dritter Tag · Bibelquelle: Neues Testament · Ostersonntag: Auferstehungsfeier · Tradition: Jüdischer Sabbat
Kurzüberblick
- Jesus starb nach allen vier Evangelien an einem Freitag (Katholisch.de)
- Er lag über den Sabbat im Grab, den zweiten Tag des Zeitmaßes (Katholisch.de)
- Am Sonntagmorgen fanden Frauen das leere Grab (Katholisch.de)
- Exakte Uhrzeit der Auferstehung
- Genaues historisches Jahr der Ereignisse
- Ob „drei Tage” wörtlich oder symbolisch gemeint sind
- Karfreitag: Kreuzigung (Katholisch.de)
- Karsamstag: Grabruhe (Katholisch.de)
- Ostersonntag: Leeres Grab bei Tagesanbruch (Katholisch.de)
- Ostermontag: Erscheinungen (Emmaus-Jünger) (Erzbistum Paderborn)
- Osternacht feiert die Auferstehung (Erzbistum St. Pölten)
- 40 Tage bis zur Himmelfahrt (Katholisch.de)
- Osterzeit bis Pfingsten (Wikipedia)
| Fakt | Details |
|---|---|
| Auferstehungsdatum | Ostersonntag |
| Ab Karfreitag | Dritter Tag |
| Erste Zeugen | Frauen am Grab |
| Bibelstellen | Mt 28, Mk 16, Lk 24, Joh 20 |
| Ältestes Bekenntnis | 1 Kor 15,3-5 |
| Osterberechnung | Sonntag nach erstem Frühlingsvollmond (22. März – 25. April) |
Ist Jesus Ostersonntag oder Ostermontag auferstanden?
Die Auferstehung Jesu wird nach biblischem Zeugnis an einem Sonntag gefeiert – nicht an einem Montag. Die vier Evangelien berichten übereinstimmend, dass Frauen das leere Grab „am ersten Tag der Woche” entdeckten, also am Sonntag. Das Erzbistum St. Pölten bestätigt: „Die Auferstehung Jesu wird in der Osternacht und am Ostersonntag gefeiert, nicht am Ostermontag.” Ostermontag erinnert stattdessen daran, dass die Osterbotschaft weitergetragen wird.
Biblische Berichte
Alle vier Evangelien schildern die Entdeckung des leeren Grabes als Ereignis des ersten Wochentags: Markus 16,2 erwähnt „ganz früh am ersten Wochentag”, Matthäus 28,1 spricht vom „Sabbat, als es schon toward Morgens am ersten Tag der Woche” dämmerte, Lukas 24,1 beginnt „am ersten Tag der Woche sehr früh” und Johannes 20,1 berichtet einfach: „am ersten Tag der Woche”. Kein neutestamentlicher Text erwähnt den Ostermontag als Auferstehungstag.
Historische Deutung
Die frühesten christlichen Gemeinden feierten die Auferstehung nach biblischem Zeugnis in der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag. In der Antike versammelten sich Christinnen und Christen die ganze Nacht hindurch für die Osternachtfeier, wie Sinn und Segen berichtet. Heute kommen viele Gemeinden am späten Abend oder früh am Ostersonntagmorgen zusammen.
In der folgenden Tabelle sind die wichtigsten Fakten zum Auferstehungsdatum nachschlagbar:
| Aspekt | Ostersonntag | Ostermontag |
|---|---|---|
| Hauptbedeutung | Feier der Auferstehung | Weitergabe der Osterbotschaft |
| Biblischer Bezug | Leeres Grab entdeckt | Emmaus-Jünger (Lk 24) |
| Liturgische Gewichtung | Hochfest | Feiertag in Osterzeit |
| Zeitliche Einordnung | Früher Sonntagmorgen | Montag nach Ostersonntag |
| Auferstehung selbst? | Ja | Nein |
Wie viele Tage nach Karfreitag ist Jesus auferstanden?
Die Bibel verwendet die Formulierung „am dritten Tag” als theologisches Zeitmaß, nicht als wörtliche Zählung von drei vollen 24-Stunden-Tagen. Nach katholischer Auslegung gilt: Der Karfreitag ist der erste Tag, der Karsamstag der zweite Tag, und der Ostersonntag der dritte Tag dieses Zeitmaßes. Das Markusevangelium spricht davon, dass Jesus „nach drei Tagen” auferstehen wird (Mk 8,31; 10,34), während Matthäus und Lukas die Formulierung „am dritten Tag” verwenden (Mt 16,21; Lk 9,22).
Der dritte Tag
Der Apostel Paulus überliefert in 1 Korinther 15,3-5 eines der ältesten christlichen Glaubensbekenntnisse: „Auferweckt am dritten Tage nach der Schrift.” Dies bezieht sich auf alttestamentliche Voraussagen, wie Evangelium21 erklärt. Jesus selbst sagt in Lukas 24,46: „So steht es geschrieben, und so musste der Christus leiden und am dritten Tag aus den Toten auferstehen.”
Jüdische Zählweise
In der jüdischen Zeitrechnung wird der Anbruch eines Tages bereits zum vorherigen Tag gerechnet. Wenn Jesus am Freitag starb und „nach drei Tagen” auferstehen sollte, bedeutete dies nach jüdischer Zählweise: Freitag = Tag 1, Samstag = Tag 2, Sonntag = Tag 3. Kardinal Karl Lehmann veröffentlichte 1967 eine Dissertation mit dem Titel „Auferweckt am dritten Tage nach der Schrift”, die diese Zeitrechnung theologisch untersuchte.
The implication: Die Unterscheidung zwischen wörtlicher und jüdisch-theologischer Zählung zeigt, dass die biblische Zeitangabe weniger eine Kalenderangabe als eine theologische Chiffre ist – der „dritte Tag” verweist auf Auferstehung und Neuschöpfung.
Wann ist Jesus wirklich auferstanden?
Nach biblischem Bericht geschah die Auferstehung in den frühen Morgenstunden des Ostersonntags, noch bevor die Sonne vollständig aufgegangen war. Markus 16,2 beschreibt: „Ganz früh am ersten Wochentag, als die Sonne gerade aufging.” Die Frauen, darunter Maria Magdalena, kamen zum Grab und fanden es leer. Nach Johannes- und Lukasevangelium spielten sich die Auffindung des leeren Grabes und die ersten Erscheinungen an einem einzigen Tag in Jerusalem ab.
Früher Morgen des Sonntags
Die Zeitrechnung ist präzise: Das leere Grab wurde vor Tagesanbruch entdeckt. „Ganz früh am ersten Wochentag […]. Die Sonne ging gerade auf”, heißt es in Markus 16,2. Diese zeitliche Angabe unterstreicht die Echtheit der Berichte – die Zeuginnen kamen wirklich früh, als die Grabmale noch nicht gewöhnlich besucht wurden.
Erste Zeuginnen
Maria Magdalena und andere Frauen aus Galiläa waren die ersten, die das leere Grab entdeckten. Die Apostelgeschichte stellt vierzig Tage bis zur Himmelfahrt dar, in denen Jesus seinen Jüngern immer wieder erschien. Die erste Begegnung nach der Auferstehung fand auf dem Weg nach Emmaus statt, wie das Erzbistum Paderborn berichtet.
What this means: Die zeitliche Präzision der Evangelienberichte – Sonnenaufgang, erster Wochentag, Frauen vor den Aposteln – deutet darauf hin, dass die earliest Christen das Auferstehungsdatum bewusst festhielten und nicht nachträglich konstruierten.
Was ist der Unterschied zwischen Ostersonntag und Ostermontag?
Ostersonntag ist das Kernfest der Auferstehung – hier wird das zentrale Ereignis des christlichen Glaubens gefeiert. Ostermontag gehört zur Osterzeit und erinnert daran, dass die Osterbotschaft von den Jüngern weitergetragen wurde. Der Ostermontag ist kein Auferstehungstag, sondern ein Tag der Erscheinungen und der Verkündigung.
Ostersonntag: Auferstehung
In der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag wird die Auferstehung Jesu von den Toten gefeiert. Mit der Osternacht beginnt die österliche Freudenzeit, die bis Pfingsten andauert. Ostern ist das höchste christliche Fest und das wichtigste Fest des Christentums überhaupt.
Ostermontag: Osterzeit
Am Ostermontag wird aus dem Lukasevangelium die Geschichte der zwei Jünger auf dem Weg nach Emmaus erzählt (Lk 24,13-35). Diese Geschichte betont, wie die Auferstehung die Hoffnung der Jünger wiederherstellte. Der Ostermontag schließt sich direkt an den Ostersonntag an und gehört zur fünfzig Tage dauernden Osterzeit.
The catch: Ostermontag wird oft als selbstverständlicher Feiertag wahrgenommen, doch sein liturgischer Rang unterscheidet sich deutlich vom Ostersonntag – er markiert den Beginn der Verkündigung, nicht das Ereignis selbst.
Der Unterschied zwischen Ostersonntag und Ostermontag ist mehr als kalendarische Spitzfindigkeit. Ostersonntag feiert den Sieg über den Tod; Ostermontag erinnert an die Weitergabe dieser Botschaft. Für Christen bedeutet das: Die Auferstehung ist nicht nur Vergangenheit, sondern wird weiter erzählt.
Welche Bibelstelle beschreibt die Auferstehung Jesu?
Die Auferstehung Jesu wird in vier Evangelien beschrieben, ergänzt durch Briefe des Apostels Paulus. Jedes Evangelium bietet einen etwas anderen Fokus, während die Kernaussage identisch bleibt: Jesus ist von den Toten auferstanden.
Die folgende Zusammenstellung ordnet die wichtigsten neutestamentlichen Zeugnisse und das älteste christliche Glaubensbekenntnis:
| Quelle | Schwerpunkt |
|---|---|
| Matthäus 28 | Wächter am Grab, Erscheinung vor den Jüngern auf dem Berg in Galiläa |
| Markus 16 | Entdeckung des leeren Grabes durch die Frauen, erste Erscheinungen |
| Lukas 24 | Emmaus-Jünger, Erscheinung in Jerusalem, Brotbrechen in Emmaus |
| Johannes 20 | Maria Magdalena am Grab, Erscheinung vor Thomas, Friedensgruß |
| 1 Korinther 15,3-5 | Ältestes schriftliches Glaubensbekenntnis: „Christus ist gestorben für unsere Sünden nach den Schriften und ist begraben worden und am dritten Tage auferweckt worden nach den Schriften” |
Evangelienberichte
- Matthäus 28: Die Wächter am Grab, die Erscheinung vor den Jüngern auf dem Berg in Galiläa
- Markus 16: Die Entdeckung des leeren Grabes durch die Frauen, erste Erscheinungen
- Lukas 24: Emmaus-Jünger, Erscheinung in Jerusalem, Brotbrechen in Emmaus
- Johannes 20: Maria Magdalena am Grab, Erscheinung vor Thomas, Friedensgruß
Paulus-Zeugnis
Der Apostel Paulus bietet in 1 Korinther 15,3-5 das früheste schriftliche Glaubensbekenntnis zur Auferstehung: „Christus ist gestorben für unsere Sünden nach den Schriften und ist am dritten Tage auferweckt worden nach den Schriften.” Paulus betont, dass Christus „nach den Schriften” auferstanden ist – ein Hinweis auf alttestamentliche Voraussagen.
Im Neuen Testament wird nur die Jona-Passage als explizite alttestamentliche Vorhersage der Auferstehung am dritten Tag erwähnt. Doch in 1. Mose 22 (Isaaks Opferung), 2 Könige 20,5 und Hosea 6,1-2 finden sich weitere Beispiele für das „dritte Tag”-Muster in der Bibel.
„So steht es geschrieben, und so musste der Christus leiden und am dritten Tag aus den Toten auferstehen.” — Lukas 24,46
„Wir aber hofften, er sei es, der Israel erlösen werde. Und dazu ist es nun schon der dritte Tag, dass dies alles geschehen ist.” — Emmaus-Jünger in Lukas 24, vor der Begegnung mit dem Auferstandenen
Die Evangelien und biblische Berichte zum Datumlokalisieren die Auferstehung Jesu eindeutig am dritten Tag nach Karfreitag auf Ostersonntag, nicht Montag.
Häufig gestellte Fragen
Wann ist Jesus gestorben?
Jesus ist nach allen vier Evangelien an einem Freitag gestorben, der als Karfreitag bekannt ist. Dieser Tag gilt als der erste Tag des biblischen Auferstehungszeitmaßes „am dritten Tag”.
Wann ist Jesus auferstanden – in welchem Jahr?
Die historische Datierung der Kreuzigung Jesu ist nicht exakt gesichert. Die meisten Gelehrten datieren sie zwischen 30 und 36 n. Chr., wobei der 7. April 30 oder der 3. April 33 als wahrscheinlichste Daten gelten.
Wann ist Jesus auferstanden – zu welcher Uhrzeit?
Die Bibel gibt keine exakte Uhrzeit an. Markus 16,2 beschreibt lediglich „ganz früh am ersten Wochentag, als die Sonne gerade aufging” – also vor oder bei Sonnenaufgang.
Wann ist Jesus auferstanden in der orthodoxen Kirche?
Die orthodoxe Kirche verwendet wie die westliche Kirche den Julianischen Kalender für die Osterberechnung, was manchmal zu unterschiedlichen Osterterminen führt. Die theologische Aussage – Auferstehung am dritten Tag nach der Kreuzigung – ist identisch.
Wie viele Tage nach Karfreitag ist Ostern?
Ostern wird am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert, frühestens am 22. März und spätestens am 25. April. Der Abstand von Karfreitag bis Ostersonntag beträgt immer genau drei Tage nach biblischer Zählweise.
Hatte Jesus Geschwister?
Die Bibel erwähnt in Markus 6,3 „die Brüder Jesu” und Schwestern. Die katholische Lehre interpretiert dies als cousins oder Verwandte, während die protestantische Tradition dies oft als leibliche Geschwister versteht.
Wer die biblische Zeitrechnung versteht, erkennt: Ostersonntag ist nicht willkürlich gewählt, sondern folgt einer präzisen theologischen Logik. Der „dritte Tag” verbindet das Kreuzigungsgeschehen mit der Auferstehungsbotschaft – und damit das Zentrum des christlichen Glaubens mit einem der ältesten christlichen Feste.